Sammlung ETZOLD

Die fast 600 Werke umfassende Sammlung der Konzeptkunst, Minimal Art und Pop Art sowie der deutschen Nachkriegsavantgarde befindet sich seit 1970 als Dauerleihgabe im Museum Abteiberg.

„Für mich ist ein Kunstwerk erst einmal ein geistiges Produkt. Es spiegelt seine Zeit. Auch der Umgang mit der Kunst ist eine geistige Tätigkeit.“

— Hans Joachim Etzold

Auswahl Sammlung Etzold Eröffnung 03 10 1970 Foto Albert Weber 14

Auswahl aus der Sammlung Etzold, 1970, Städtisches Museum Mönchengladbach, Eröffnung, v.l.n.r.: Wilhelm Wachtendonk, Berni Etzold, Johannes Cladders, Archiv Museum Abteiberg, Foto: Albert Weber

Am 30. September 1970 unterzeichneten Hans Joachim und Berni Etzold den Vertrag, mit dem ihre private Sammlung zeitgenössischer Kunst als Dauerleihgabe ins damalige Städtische Museum Mönchengladbach einging. Inzwischen ist die Sammlung ETZOLD ein bedeutender Bestandteil des museumseigenen Sammlungsbestands.

Die heutige Sammlung ETZOLD wurde von Hans Joachim und Berni Etzold vorwiegend in den 1960er und 70er Jahren zusammengetragen. Dabei legte das Moerser Sammlerpaar einen deutlichen Schwerpunkt auf die jungen, oftmals noch nicht etablierten künstlerischen Tendenzen ihrer Zeit. 1970 präsentierte der Kölnische Kunstverein die Privatsammlung von zu diesem Zeitpunkt circa 200 Werken erstmals der Öffentlichkeit. Unter den BesucherInnen dieser Ausstellung befand sich auch der Mönchengladbacher Museumsdirektor Johannes Cladders mit Vertretern des Kulturausschusses der Stadt. Noch während der Laufzeit der Ausstellung einigten sich Stadt und Sammler auf eine Leihgabe des Konvoluts an das damalige Städtische Museum Mönchengladbach. Die Bereitstellung der Dauerleihgabe trug entscheidend zur Verwirklichung des heutigen, 1982 eröffneten Museumsbaus von Hans Hollein auf dem Abteiberg bei, den Cladders zu diesem Zeitpunkt bereits plante.

Eine enge Verbindung von Hans Joachim und Berni Etzold zu Johannes Cladders bestand seit Ende der 1950er Jahre. Sie lernten sich kennen, als Cladders Assistent von Paul Wember am Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld war. Cladders stand damals den Sammlern in der frühen Phase des Sammlungsaufbaus beratend zur Seite. Entsprechend seiner eigenen späteren Ankaufsstrategie im Mönchengladbacher Museum riet er ihnen unter anderem zum Sammeln zeitgenössischer Kunst, ohne jedoch spezifische KünstlerInnen oder Werke zu empfehlen. Im Umfeld des Städtischen Museums Mönchengladbach wuchs die Sammlung ETZOLD zu einem umfassenden Zeugnis privater Sammelleidenschaft und des Engagements für junge künstlerische Positionen mit über 500 Werken an.

Diese Bestände umfassen heute überwiegend frühe Werke der konkreten, konstruktiven Kunst ab den 1960er Jahren. Daneben stehen umfangreiche Konvolute der Pop Art, der frühen Computergrafik sowie der Conceptual und Minimal Art. Zur Verdeutlichung kunsthistorischer Bezüge sammelten Hans Joachim und Berni Etzold zudem rückwirkend ausgewählte Grafiken des Konstruktivismus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 

Seit 1970 ergänzten die verschiedenen Konvolute der Sammlung ETZOLD zahlreiche Wechselausstellungen und Sammlungspräsentationen. Mit dem Tod von Hans Joachim Etzold im Jahr 1976 erklärte Berni Etzold ihre Sammeltätigkeit offiziell für beendet. Zehn Jahre später präsentierte das neu eröffnete Museum Abteiberg 1986 in der Ausstellung Sammlung Etzold – Ein Zeitdokument erstmals eine Gesamtschau der Sammlung ETZOLD. Aus diesem Anlass erschien zudem ein umfassender Bestandskatalog, den 1989 eine Erweiterung zu den Pop Art Beständen vervollständigte.

Die Privatsammlung von Hans Joachim und Berni Etzold ist heute in der Dauerausstellung des Museums Abteiberg ständig präsent. Als Vorschau auf das 50-jährige Jubiläum der Leihgabe präsentierte das Museum zwischen 2017 und 2019 zudem die dreiteilige Ausstellungsreihe Die Zukunft der Zeichnung – Das Neue in der Sammlung Etzold, begleitet von einem umfangreichen wissenschaftlichen und pädagogischen Rahmenprogramm. Anlässlich des Jubiläumstags werden zusätzlich Gegenüberstellungen von Werken aus der Sammlung ETZOLD mit den Museumsbeständen der 1960er und 70er Jahre präsentiert, unter anderem von Sonia Delaunay-Terk, Roy Lichtenstein, Keith Sonnier und VertreterInnen der Op Art.

Sammlung Etzold – Ein Zeitdokument, 1986/87, Museum Abteiberg, Mönchengladbach

Sammlung Etzold – Ein Zeitdokument, 1986/87, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, Foto: Ruth Kaiser

Auswahl aus der Sammlung Etzold, 1970, Städtisches Museum Mönchengladbach

Auswahl aus der Sammlung Etzold, 1970, Städtisches Museum Mönchengladbach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Albert Weber

Sammlung Etzold im Besitz des Städtischen Museums Mönchengladbach, Teil II, 1971, Städtisches Museum Mönchengladbach

Sammlung Etzold im Besitz des Städtischen Museums Mönchengladbach, Teil II, 1971, Städtisches Museum Mönchengladbach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Ruth Kaiser

Auswahl aus den Beständen des Museums und der Sammlung Etzold (I), 1975, Städtisches Museum Mönchengladbach

Auswahl aus den Beständen des Museums und der Sammlung Etzold (I), 1975, Städtisches Museum Mönchengladbach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Ruth Kaiser

Ausstellungen

Etzold Zeichnung Konzept Ausst2019 Foto Museum Abteiberg MAM Sieben Elementstruktur Inv E105 Le Witt Modularpiece Inv E68
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Das Neue in der Sammlung Etzold – Folge 3
3. Februar — 1. September 2019
Sammlung Etzold Algorithmus Ausst2018 Foto Uwe Riedel MAM Ausstellungsansicht 1
DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: ALGORITHMUS
Das Neue in der Sammlung Etzold – Folge 2
10. Juni 2018 — 13. Januar 2019
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DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: KONSTRUKTION
Das Neue in der Sammlung Etzold – Folge 1
9. Juli 2017 — 18. Februar 2018
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E402 – E405
3. Oktober 2010 — 30. Januar 2011
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KONZEPTUELLE KUNST AUF PAPIER
Jahr der Grafik 2009
26. April — 23. August 2009
Kupka Frank Quatre histoires de blanc et noir 1926 Inv E86 Foto Ruth Kaiser
FRANK KUPKA
„Vier Geschichten über Weiß und Schwarz“, 1926
27. April — 1. Juni 2008
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Anfänge aus der Computergrafik
Aus der Sammlung ETZOLD:
HERBERT W. FRANKE, MANFRED MOHR, FRIEDER NAKE, GEORG NEES
12. Januar — 23. April 2006
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Pop Art
Druckgrafik aus der Sammlung ETZOLD
10. August — 16. November 1997
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Konstruktivistische Werke auf Papier
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5. Juni — 10. September 1995
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Grafikfolgen aus der Sammlung ETZOLD
20. Februar — 23. Mai 1994