1945–1966
1945
Übernahme der Museumsleitung durch Heinrich Dattenberg, der im April 1947 als Direktor bestätigt wird.
In den 20 Jahren seiner Tätigkeit bis 1966 leistet der mit Walter Kaesbach freundschaftlich verbundene Dattenberg einen bedeutenden Beitrag zum Wiederaufbau des Kunstmuseums. Nachdem es aus finanziellen Gründen nicht mehr gelingen kann, mit neuen Ankäufen zum Expressionismus die Stiftung Kaesbach zu rekonstruieren, schafft Dattenberg wichtige Grundlagen für eine Ausrichtung auf die aktuelle Gegenwartskunst, die bereits Kaesbach in den 1920er Jahren empfohlen hatte: Mit zahlreichen Ausstellungen zu europäischer und deutscher Moderne, zu aktueller und zu regionaler Kunst und Kunstgewerbe und einem anspruchsvollen Vortragsprogramm.
Walter Kaesbach und Heinrich Dattenberg, 1955
27. Mai 1946
Wiederaufnahme der Wechselausstellungen des Städtischen Museums – zunächst im Haus Mozartstraße 14 (Haus Hermann Therstappen).
31. Oktober 1946
Wiederaufnahme der Ausstellungstätigkeit im Haus Bismarckstraße 97.
1954
Walter Kaesbach stiftet dem Museum eine umfangreiche Sammlung von Zeichnungen und Aquarellen Heinrich Nauens.
Heinrich Nauen, Weiher im Dilborner Park mit Badenden, 1919, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, Foto: Achim Kukulies, 2010
1956
Heinrich Dattenberg erwirbt das Gemälde Dame mit blauem Hut (1912/13) von Alexej von Jawlensky mit weiterhin deutlicher Ablehnung in Kreisen der Gesellschaft. Er bestimmt anschließend aufgrund steigender Preise für Werke der historischen Avantgarde (22.500 DM Ankaufspreis Jawlensky 1956) eine programmatische Neuorientierung der Sammlungsaktivitäten auf die Nachkriegszeit der 1940er und 50er Jahre. Dattenbergs Start eines Ausstellungsprogramms der Gegenwartskunst wird die Sammlung in Mönchengladbach künftig nachhaltig prägen.
Alexej von Jawlensky, Dame mit blauem Hut, 1912/13, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, Foto: Achim Kukulies
1963
Der Stadtrat beschließt einen Museumsneubau, mit dem der Essener Architekt Horst Loy beauftragt wird.
1964
Ein Großbrand der Kaiser-Friedrich-Halle, dem ein aufwändiger Wiederaufbau folgt, macht die Neubaupläne zunichte.
1966
Heinrich Dattenberg scheidet aus Altersgründen aus dem Amt.