Das 1965 ins Leben gerufene Projekt ist ein frühes Beispiel für die Förderung von Kunst im urbanen Raum.
„Unter den zahlreichen bemerkenswerten Vorhaben, die die Ära Cladders prägten, ragt das Pilotprojekt Kunst am Bau noch einmal als ganz eigener Bereich heraus. Es wurde 1965 maßgeblich von dem progressiven Stadtdirektor und Kulturdezernenten Busso Diekamp initiiert, der 1964 sein Amt in Mönchengladbach antrat. Johannes Cladders zählte hier offenbar von Beginn an zur Ankaufskommission, erhielt also bereits Einblick in die kommunalen Strukturen, bevor er zwei Jahre später die Leitung des Museums übernahm.“
— Susanne Rennert (aus: https://www.museum-moenchengladbach-1967-1978.de/ausstellungen/kunst-am-bau)
Von Beuys bis Tinguely
Zahlreiche Werke, die heute im Museum Abteiberg zu sehen sind, sind im Zusammenhang des Projekts Kunst am Bau entstanden und erst im Laufe der Zeit aus ihren ursprünglichen Kontexten gelöst worden und in die Museumssammlung eingegangen.
Joseph Beuys
Aggregat
1962, nach einem Entwurf von 1959
Erworben 1967 für die Verwaltungsstelle Hardt, seit 1970 im Städtischen Museum Mönchengladbach, ab 1982 Museum Abteiberg, Mönchengladbach
Alexander Calder
Pointes et Courbes
1970
Erworben 1974 für den Vorplatz des Stadttheaters an der Hindenburgstraße, seit 1999 Museum Abteiberg, Mönchengladbach
Jean Tinguely
Fontäne B 5
1966/67
Erworben 1971 für das Neusprachliche Gymnasium an der Viersenerstraße, seit 1987 Museum Abteiberg, Mönchengladbach
Die Ausstellung KUNST AM BAU, Museum Mönchengladbach, 1976
Bereits 1976 sind einige bis dahin entstandene Projekte in der Überblicksausstellung KUNST AM BAU im ehemaligen städtischen Museum in der Bismarckstraße präsentiert worden. Zu diesem Anlass wurden Skulpturen und Papierarbeiten von 18 künstlerischen Positionen, die sich normalerweise an öffentlichen Orten der Stadt befanden, zusammengetragen. Der zur Ausstellung entstandene Kassettenkatalog lieferte eine vollständige Übersicht der Initiative.
Kassettenkatalog KUNST AM BAU, 1976, Foto: Tobias Hohn & Stanton Taylor
„Anhand der Materialien des Katalogs wird deutlich, wie frühzeitig in Mönchengladbach öffentliche Teilhabe gefordert und gefördert und die überkommene Vorstellung einer „Kunst am Bau“ radikal in den urbanen, sozialen (demokratischen) Raum hinein erweitert wurde.“
— Susanne Rennert (in: Die Ausstellungen und Kassettenkataloge des Städtischen Museums Mönchengladbach 1967–1978)
Nähere Informationen im digitalen Archivprojekt: KUNST AM BAU – Dokumentation der Mönchengladbacher Erwerbungen