JAN ST. WERNER, DAMO SUZUKI
Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann (Experiment einer elektroakustischen Komposition in Erinnerung an Sigmar Polke)
Jan St. Werner, Damo Suzuki. Apparat, mit dem eine Kartoffel eine andere umkreisen kann (Experiment einer elektroakustischen Komposition in Erinnerung an Sigmar Polke), 2015, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, Foto: Uwe Riedel
Im Rahmen der ensemblia 2015 schufen die Musiker Damo Suzuki und Jan St. Werner eine Klanginstallation mit fünf Hörstationen, die sukzessiv oder auch simultan erlebt werden können. Ausgehend von Sigmar Polkes erstmalig gezeigten 16mm-Filmen aus den 1980er-Jahren verbinden die beiden Musiker Polkes gesampelte und vielfach als alchimistisch beschriebene visuelle Ästhetik mit einem zeithistorischen akustischen Pendant.
Es entstand eine elektroakustische Komposition, die ihre Verfahren aus dem Krautrock und diversen Formen der Improvisation in den 1970er-Jahren entnimmt, dabei unterschiedliche Soundmaterialien, Gespräche und Geräusche nutzt und so Polkes Verfahren der Überblendungen und Mehrfachbelichtungen als ein akustisches Verfahren darstellt. Suzuki und Werner – die zuvor noch nie zusammengearbeitet hatten – betrieben eine akustische Reflexion, die sich zugleich innerhalb des Systems bewegt und eine Beobachtung von außen anstellt. Im Experimentieren mit verschiedenen Materialien und Perspektiven ergab sich die interdisziplinäre Parallele zu Polke: Alles Material wurde zu einem großen Bild, alles ging in eine alchimistische Mischung ein.
„Es gibt kein Zentrum in dieser Komposition, die Elemente müssen immer wieder neu zusammengefügt werden. Was gerade wahrgenommen wurde und verblasst ist, wird wieder aus der Erinnerung zurückgeholt und mit dem Neuen verglichen. Abbild und Nachbild collagieren sich im Kopf zur eigentlichen Komposition.“
— Jan St. Werner
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