INSTITUTIONSKRITIK
Das Museum als Ort der permanenten Konferenz (J.B.)
Ghislaine Leung, Portraits, 2021, Ghislaine Leung, Browns, 2021, Joseph Beuys, Revolutionsklavier, 1969, Ausstellungsansicht Ghislaine Leung. Portraits, 2021, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Achim Kukulies
Anlässlich des Ausstellungs- und Veranstaltungs-Programms beuys 2021, das zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys in mehr als zwanzig Institutionen in Nordrhein-Westfalen zu erleben ist, zeigt das Museum Abteiberg zwei Ausstellungen, in denen die Zeit Beuys‘ und die Gegenwart in Beziehung zueinander gesetzt werden.
Ein neuer Schauraum schöpft erstmalig aus der Neuerwerbung von SAMMLUNG/ARCHIV ANDERSCH und vermittelt die Bedeutung von Archivarbeit zur Kunst der 1960er und 70er Jahre.
Parallel ist ein neues ortsspezifisches Projekt zu erleben, in dem sich die große Mönchengladbacher Tradition seit Beuys‘ erster Museumsausstellung 1967 fortsetzt: Die Institution Museum wird 2021 nochmals neu untersucht und künstlerisch befragt, eingeladen dazu ist die Künstlerin Ghislaine Leung (*1980).
Als Bindeglied beider Ausstellung sind Leihgaben aus dem Kröller-Müller Museum in Otterlo zu sehen: vier Zeichnungen von Joseph Beuys, die er im Rahmen eines Interviews mit Frans Haks im Dezember 1975 anfertigte, in dem er über das Museum als „Intermedium“ zwischen Künstler:in und Publikum spricht. Beuys‘ Gedanken dienten dem kuratorischen Team beider Ausstellungen, die sich der Institution Museum auf ganz unterschiedliche Art und Weise annähern, immer wieder als Ausgangs- und Rückführungspunkt. 1993 brachte der FIU-Verlag das Gespräch zwischen Beuys und Haks unter dem Titel Das Museum. Ein Gespräch über seine Aufgaben, Möglichkeiten, Dimensionen… heraus. Das Buch ist im Museumsshop erhältlich.