ANDREA BOWERS
grief and hope
ANDREA BOWERS grief and hope, 2020, Museum Abteiberg, Mönchengladbach, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Achim Kukulies
Umwelttrauer ist ein Begriff für die Trauer um Natur und ihre Lebewesen. Schon vor rund zwanzig Jahren wurde ‚environmental grief‘ als eine Trauer beschrieben, die beim Erfahren oder Vorhersehen eines Verlusts in der Natur erlebt wird, von tierischen oder pflanzlichen Arten, von Ökosystemen oder von Landschaften, die aufgrund akuter oder chronischer Umweltveränderungen sterben. Es gibt Anzeichen dafür, dass das sechste globale Massenaussterben begonnen hat. Dass unser globales Ökosystem immer schwächer und die gesamte Biosphäre durch menschliches Handeln auf irreparable Weise zerstört wird.
Unter dem Titel grief and hope (Trauer und Hoffnung) zeigt das Museum Abteiberg in einer großen Einzelausstellung die multimediale Arbeit der Künstlerin Andrea Bowers. Sie versammelt zentrale Werke ihrer langjährigen Auseinandersetzung mit Umweltaktivismus, Ökofeminismus und Klimagerechtigkeit. Bowers‘ Werk ist hochaktuell und zugleich Zeugnis für eine Zeit von rund zwanzig Jahren, in denen sich die heutige ökologische Krise unserer Welt anbahnte und nur wenige Künstlerinnen und Künstler den Umweltaktivisten dieser Jahre so nah waren wie diese US-Amerikanerin. Die Überblicksschau im Museum Abteiberg versammelt Objekte und Materialien aus der gesamten Zeit, von den frühen bis zu ganz aktuellen Sujets. Sie wird eine Verklammerung von Kunst und Aktivismus im Werk von Andrea Bowers aufzeigen, die existentielle Fragen nach der Aktivität von Gesellschaft und Kunst stellt. Angesichts der geografischen Lage von Mönchengladbach unmittelbar am rheinischen Kohlerevier von Garzweiler und Hambacher Forst ist Bowers’ Projekt im Museum Abteiberg eine Ausstellung, die konkrete lokale Anschlüsse hat.
Zur Person
Booklet Andrea Bowers. grief and hope, 2020