Museum Abteiberg

2000: EINE KONFERENZ IM GETEILTEN DEUTSCHLAND.
TREUHAND, EXPO UND DER GANZE REST  
Donnerstag, 19. April, 19 Uhr

 

 

 

mit

Clemens Villinger, Historiker am Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam
Andreas Grosz, Gründungsgeschäftsführer der Weltausstellungsgesellschaft EXPO 2000
Prof. em. Dr. Uta Brandes, Designexpertin und -Theoretikerin
Dr. Motte, DJ und Musikproduzent, Initiator der Loveparade 1989

eingeladen und moderiert von Henrike Naumann und Susanne Titz

 

Ausgehend von den Inhalten in Naumanns künstlerischer Arbeit initiiert diese Konferenz eine interdisziplinäre Erinnerungsarbeit zum Deutschland um 2000.

Der Abend beginnt mit einem Vortrag von CLEMENS VILLINGER (ZZF Potsdam), der unter dem Titel Die lange Geschichte der „Wende“: Ostdeutsche Konsumpraktiken 1949 – 2000, nach den historischen Voraussetzungen für den Einzug postmoderner Möbel in ostdeutsche Wohnzimmer fragt. Gab es „sozialistische Konsumpraktiken“ und wie sahen diese aus?
Welche Rolle spielte Konsum für den Sturz der DDR? Konnten sich die Bürger*innen der ehemaligen DDR nach 1989/90 auf spezifische Erfahrungen ihrer Sozialisation im Sozialismus stützen oder mussten die Regeln des „Konsums im Kapitalismus“ neu erlernt werden? 
Deutschland nach 1989 und bis 2000, darin die lange Vorgeschichte der EXPO 2000 und die in ihr liegende Verkettung der Postmoderne in Sujets von Politik, Wirtschaft und Designgeschichte sind Themen einer anschließenden Diskussion mit eingeladenen Zeitzeugen. 

Neben ANDREAS GROSZ, dem ehemaligen Gründungsgeschäftsführer der Weltausstellungsgesellschaft EXPO 2000, wird die Designtheoretikerin UTA BRANDES, langjährige Professorin für Design und Gender an der Köln International School of Design, an der Diskussion mitwirken. Sie war Koautorin von Design als Gegenstand. Der neue Glanz der Dinge (mit R.-P. Baacke & M.Erlhoff), 1983, und verfasste u.a. im Jahr 1998 das ökonomietheoretische Buch Design ist keine Kunst. Kulturelle und technologische Implikationen der Formgebung.

Großer Abschluss und Life Act des Abends ist ein Auftritt von Dr. Motte: Text und Sound
aus dem Jahr 2000, akustische Erinnerungsarbeit inszeniert von einem der berühmtesten
Protagonisten der Technokultur und Initiator der Love Parade im Jahr 1989.