Museum Abteiberg

LAURIE PARSONS
A BODY OF WORK 1987
15. April – 2. September

Die amerikanische Künstlerin Laurie Parsons wurde in den späten 1980er Jahren in der Kunstwelt bekannt und wandte sich nach einigen Ausstellungen von ihr ab,  mit der engagierten Geste eines Kommitments für etwas Anderes.
Eine Ausstellung, die 1988 in der New Yorker Lorence-Monk Gallery und 1989 in der Kölner Galerie Rolf Ricke stattfand und den kompletten Verkauf an eine deutsche Privatsammlung zur Folge hatte, brachte die Künstlerin dazu, kein Werk mehr käuflich zu machen. 1990 zeigte die Ausstellung in der Lorence-Monk Gallery 1990 lediglich den Galerieraum und -betrieb, kein einziges künstlerisches Objekt: die Einladungskarte blanko, ohne Künstlernamen, nur Galerie. Danach öffnete und verunklärte sie die Grenzen von künstlerischer Produktion. Sie arbeitete mit Galeriepraktikanten und als Museumsaufsicht bzw. mit Museumsaufsichten, dann in Krankenhäusern, in Schulen. Sie beendete ihre Arbeit als Künstlerin mit der Feststellung, „that art must spread into other realms, into spirituality and social giving“. Seither ist sie Sozialarbeiterin, für Menschen, die psychisch behindert oder krank sind, die obdachlos wurden, die ins Gefängnis kamen. Sie vermeidet den Rückbezug auf die Kunst seit vielen Jahren, verleugnet auch, dass sie früher Künstlerin war.
Das verkaufte Konvolut aus den Galerienausstellungen 1988/1989 wurde kürzlich wiederentdeckt und von Gaby und Wilhelm Schürmann erworben. Es sind Funde, die zumeist aus der Umgebung von Parsons Atelier in New Jersey stammen – Liegengebliebenes aus Straßen, Natur- und Industriebrachen. Damals teilte Laurie Parsons mit, dass „deren Präsenz so kraftvoll wie die eines Kunstwerks ist“. In der Weise, wie sie diese alltäglichen Dinge in den Galerien anordnete (nach einem festen Schema, das als Verpflichtung in den Ankauf einging), deklarierte sie den Anfang ihrer Abkehr von der Kunstwelt. Es war eine Rebellion, die in Anknüpfung an Lucy Lippards Satz von der „dematerialization of the art object“ in den 1960er Jahren als eine „dematerialization of the art career“ bezeichnet werden kann, i.e. die Entmaterialisierung einer Künstlerkarriere in den späten 1980er Jahren.
Die erneute Ausstellung der Objekte in einem Sammlungsraum des Museums Abteiberg wird realisiert von der Schürmann Stiftung und ergänzt durch einen Katalog mit einem neuen Text von Maxwell Graham über Laurie Parsons.