Museum Abteiberg

Ensemblia 2013

 

Konzert Museum Abteiberg,

Samstag, 22. Juni 2013, 18 Uhr

Morton Feldman: „Crippled Symmetry“

for flute, percussion and piano / celesta

Ensemble musikFabrik

Helen Bledsoe, Flöte
Rie Watanabe, Schlagzeug
Benjamin Kobler, Klavier / Celesta

 

Der Eintritt ist frei, jedoch begrenzte Sitzplätze.
Karten müssen unter 02161- 252423 vorbestellt werden!

 

Crippled Symmetry (1983) für Flöte, Percussion und Piano/Celesta sei, laut Feldman nur eine späte, längere Version von „Why Patterns“. Die stimmt nicht ganz. Zunächst übernimmt Feldman von „Why Patterns?“ neben der Instrumentation auch die grundsätzliche Anlage der Notation. Die Stimmen stehen in der Partitur übereinander, verlaufen aber metrisch gänzlich unabhängig. Feldman gab später zu, mit Hilfe eines Taschenrechners den Verlauf im Groben so geregelt zu haben, dass sich die drei Einzelstimmen nie allzu weit voneinander entfernen. Trotz dieser metrischen Unabhängigkeit, die sich auch akustisch vermittelt, suggeriert das Partiturbild noch entschiedener als „Why Patterns“ Synchronizität. Die für die späten Werke so charakteristische Bezugnahme auf das Notenblatt als optischen Rahmen wird hier augenscheinlich ad absurdum geführt: die übereinander geordneten Stimmen vollziehen die meisten Übergänge der Patterns an optisch gleicher Stelle - am Ende eines Systems oder am Ende einer Seite. Auch ganze Pausentakte stehen oft akkurat angeordnet übereinander oder in hoketusartiger Versetzung. „Ich fand eine fast mathematische Gleichung“, so erläuterte Feldman sein Vorgehen: „Je verrückter meine Notation, desto besser der Klang.“


Morton Feldman (geboren am 12. Januar 1926 in New York City, gestorben am 3. September 1987 in Buffalo) war ein US-amerikanischer Komponist. Er wurde in eine russisch-jüdische Familie aus Kiew geboren und wuchs in Brooklyn auf. Seinen ersten Musikunterricht bekam er im Alter von zwölf Jahren. 1941 begann er Komposition zu studieren; 1944 wurde er Schüler von Stefan Wolpe. 1971/72 lebte Feldman für ein Jahr als Gast des Berliner Künstlerprogramm des DAAD in Berlin. 1973 erreichte ihn eine Anfrage der University of New York in Buffalo, die Edgard-Varèse-Professur zu übernehmen, bis dahin hatte er in der familieneigenen Schneiderei für Kinderbekleidung gearbeitet.
Morton Feldman war einer der Pioniere der graphischen Notation. Weil diese dem Interpreten jedoch zu viel Freiheiten ließ, verwarf er sie 1969 wieder und kehrte zur präzisen Notati-on zurück. Feldmans Œuvre - insbesondere sein kammermusikalisches Spätwerk aus den 1980er-Jahren - wird gelegentlich zur US-amerikanischen Minimal Music gerechnet, da es mit (scheinbaren) Wiederholungen arbeitet. Aber eine Ähnlichkeit mit Werken von Terry Riley, Steve Reich oder Philip Glass, den Hauptvertretern dieser Richtung, ist nur ansatzweise zu erkennen. Seine Affinität zu bildlicher Darstellung - auch als Inspiration zu seinen Kompo-sitionen - hat Feldman oft betont. Auch die Muster und Techniken von anatolischen Teppichknüpfern beeinflussten ihn.

 

Ensemble musikFabrik

Seit seiner Gründung 1990 zählt das Ensemble musikFabrik zu den führenden Klangkörpern der zeitgenössischen Musik. Dem Anspruch des eigenen Namens folgend, ist das Ensemble musikFabrik in besonderem Maße der künstlerischen Innovation verpflichtet. Neue, unbekannte, in ihrer medialen Form ungewöhnliche und oft erst eigens in Auftrag gegebene Werke sind sein eigentliches Produktionsfeld. Die Ergebnisse dieser häufig in enger Kooperation mit den Komponisten geleisteten Arbeit präsentiert das in Köln beheimatete internationale Solistenensemble in jährlich etwa einhundert Konzerten im In- und Ausland, auf Festivals, in der eigenen Abonnementreihe "musikFabrik im WDR" und in regelmäßigen Audioproduktionen für den Rundfunk und den CD-Markt. Bei WERGO erscheint die eigene CD-Reihe "Edition musikFabrik", deren erste CD "Sprechgesänge" 2011 den ECHO Klassik gewann.

Alle wesentlichen Entscheidungen werden dabei von den Musikern in Eigenverantwortung selbst getroffen. Die Auseinandersetzung mit modernen Kommunikationsformen und experimentellen Ausdrucksmöglichkeiten im Musik- und Performance-Bereich ist ihnen ein zentrales Anliegen. Interdisziplinäre Projekte unter Einbeziehung von Live-Elektronik, Tanz, Theater, Film, Literatur und bildender Kunst erweitern die herkömmliche Form des dirigierten Ensemblekonzerts ebenso wie Kammermusik und die immer wieder gesuchte Konfrontation mit formal offenen Werken und Improvisationen. Dazu gehören auch Gesprächskonzerte und das Experimentieren mit Konzertformaten, die das Publikum stärker integrieren. Dank seines außergewöhnlichen inhaltlichen Profils und seiner überragenden künstlerischen Qualität ist das Ensemble musikFabrik ein weltweit gefragter und verlässlicher Partner bedeutender Dirigenten und Komponisten.

 

Die Gästeliste des Ensembles ist so lang wie prominent besetzt: Sie reicht von Mark Andre, Louis Andriessen und Stefan Asbury über Sir Harrison Birtwistle, Péter Eötvös, Heiner Goebbels, Toshio Hosokawa, Rupert Huber, Michael Jarrell, Mauricio Kagel, Helmut Lachenmann, Olga Neuwirth und Emmanuel Nunes bis zu Carlus Padrissa (La Fura dels Baus), Emilio Pomàrico, Enno Poppe, Henri Pousseur, Wolfgang Rihm, Peter Rundel, Rebecca Saunders, Karlheinz Stockhausen, Sasha Waltz und Hans Zender.

 

Ensemble musikFabrik wird vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt. Die Reihe „musikFabrik im WDR“ wird von der Kunststiftung NRW gefördert. 

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ensemblia 2013