Museum Abteiberg

3 Ebenen - Konzept von Hans Hollein

Das Konzept des Museums verteilt das Gewicht auf die musealen und die didaktischen Aspekte gleichrangig, wobei die beiden Bereiche auch im Räumlichen nicht isoliert sind.
Vom zentralen Zugang sind die wesentlichen Teilbereiche klar überblickbar: Kasse und Garderobe, Wechselausstellung, audiovisuelle Einführung, Verwaltung, Sammlungsstelle, Treppenansätze, didaktische Zonen, Übergangsgalerie in den Erweiterungsbau.
Tageslicht wurde nicht nur aus lichttechnischen Gründen, sondern auch aus psychologischen (etwa Kontakt und Orientierung nach außen hin, Raumstimmung) eingesetzt. Ebenso wichtig ist der Einblick – auch außerhalb der Öffnungszeiten – von verschiedenen Punkten von außen nach innen.
Die Begehbarkeit des Gebäudes auf verschiedensten Ebenen erleichtert diesen Kontakt, der mit dazu beitragen soll, die Schwellenangst eines potenziellen Publikums abzubauen, das zur Zeit das Museum als einen Ort betrachtet, den nur eine ausgewählte Schicht frequentiert.
Über die flexiblen Ausstellungszonen (mit semipermanenten Wänden) werden kleeblattförmig die Großeinzelräume erschlossen, die versetzt aufgefächert und zum Teil mit Oberlicht versehen sind. Weitere Rundgänge ergeben sich etwa unter der Terrassenzone mit unterschiedlichen Räumen in Gestalt und Haltung. Obwohl dem Kunstwerk und so einer neutralen Grundhaltung Priorität gegeben wurde, ist einem vielschichtigen Erlebnisgehalt des „Durchwanderns“ des Museums, auch vom Räumlichen her, große Wichtigkeit zugemessen. Das Konzept des Museums ist also kein lineares, sondern baut sich auf einer Matrix mit vielfältigen Überschneidungen auf.
Cafeteria (mit Blick auf Münster und die Ausstellung), Audiovisionsraum, Malklasse und andere didaktische Bereiche (Vortragssäle) sind nicht separiert, sondern mit den Sammlungsteilen verklammert und haben zum Teil eigene Außenbereiche (Garten).
Vielschichtige Konfrontation ermöglicht auch das räumliche System an sich mit seinen Übergängen und Durchblicken. Es sind keine vorgeschriebenen Rundgänge zu absolvieren, sondern vielfach überlagertes Erleben möglich. Dieses Museum soll ein lebendiges Museum sein, in dem man „leben“ kann, eine Stunde oder einen Tag verbringen, wo man wiederkommt oder es unverwechselbar in Erinnerung behält.