Museum Abteiberg

E402 - E405
über die Aktualität eines Zeitdokuments
Sammlung Etzold zu Ehren

3.Oktober 2010 - 30. Januar 2011

Präsentation einer kleinen Auswahl von Werken aus der Sammlung Etzold
Im Fokus: frühe Rasterbilder von K.O. Götz (E402 - E405)

Am 3. Oktober 2010 feiert das Museum Abteiberg ein außergewöhnliches Jubiläum. Die Sammlung Etzold ist auf den Tag genau seit 40 Jahren zu Gast in Mönchengladbach.

In den 1960er und 70er Jahren baute das Ehepaar Hans Joachim und Berni Etzold aus Moers eine Sammlung auf, deren Schwerpunkt im weitesten Sinne auf konstruktivistischen und rationalen Tendenzen liegt. Dabei war es in erster Linie die ganz aktuelle, junge und zumeist noch unbekannte Kunst, die Etzolds besonders interessierte, weshalb ein Großteil der Sammlung aus Exponaten der 1960er und frühen 1970er Jahre besteht. Nach dem Tod von Hans Joachim Etzold 1976 beendete seine Frau Berni konsequent die Sammeltätigkeit. Dadurch blieb die Sammlung bis heute ein sehr authentisches Dokument jener Zeit.

Es wäre aber sicher nicht im Sinne Etzolds, würde man sich zum Anlass des Jubiläums auf eine ganz und gar rückwärts gewandte Betrachtung beschränken. Stattdessen soll die Aktualität dieses Zeitdokumentes im Vordergrund stehen, das nach Jahrzehnten der historischen Distanz und nach langer Dominanz expressiver Tendenzen in der Kunst wieder deutlich das verdiente Interesse einer jüngeren Generation von Künstlern, Kunstwissenschaftlern und Besuchern findet.

Vier Zeichnungen auf Papier – frühe, selten gezeigte „Statistisch-metrische Versuche“ von K.O. Götz aus dem Jahr 1960 und je 50 x 65 cm groß – werden im Fokus einer kleinen Auswahlpräsentation stehen, in der zudem der selten gezeigte Rasterfilm „Density 10:2:2:1“ (1962-1963) zu sehen sein wird. K.O. Götz’ Rasterbilder verdanken ihren Ursprung nicht zuletzt der Auseinandersetzung mit dem damals noch sehr jungen Medium Fernsehen und relativieren die Auffassung, die informelle Malerei sei in erster Linie Ergebnis der spontanen Geste. Dies zeigt exemplarisch, dass die Sammlung Etzold nicht nur immer wieder ungeborgene Schätze bietet, sondern in diesem Falle zugleich Anstoß zu einer Beschäftigung mit Aspekten wie Serialität und Modulation geben kann.